Zirkuszeit im Eichenwald

 ZeltVom 02. Oktober bis zum 16. Oktober 2015 fand zum ersten Mal ein schulweites Zirkusprojekt mit der Zirkusfamilie Hein und ihrem Projektzirkus MABEMA VERSAJE in der Grundschule am Eichenwald statt. Alle Schülerinnen und Schüler nahmen für jeweils eine Woche am Projekt teil. Relativ wenige Proben wechselten ab mit „normaler Unterrichtszeit“ oder Unterrichtsstunden, die das Thema Zirkus beispielsweise auch im Deutsch- oder Kunstunterricht in den Vordergrund rückten. Am Ende der „Zirkuswoche“ standen entweder am Donnerstag oder am Freitag zwei Vorstellungen auf dem Programm, bei dem die jungen „Artisten“ ihr Können als Zauberer, Seiltänzerinnen, Ziegendresseure u.v.m. vor Eltern, Geschwistern, Großeltern usw. präsentieren konnten.

Erstaunlich war, dass so gut wie alle Kinder in kürzester Zeit ein wirklich sehens- und hörenswertes Programm absolvieren konnten. Dafür möchte ich mich besonders bei den Artisten der Zirkusfamilie Hein bedanken, die als Trainer viel von den Kindern, übrigens auch im Hinblick auf die Disziplin verlangten, sie aber so zum erfolgreichen Auftritt in der Manege führten. Auch wenn bei diesem Projekt die regulären Unterrichtsfächer nur eingeschränkt zu ihrem Recht kamen, haben unsere Schülerinnen und Schüler Kompetenzen erworben, die im normalen Schulalltag nicht oder nicht ausreichend gefördert werden (können). Allein das Zusammenwirken jüngerer und älterer Kinder, während der Vorstellungen, in den Pausen, beim Umziehen oder während der Proben hat die sozialen Kompetenzen in einer Weise geschult und zum Ausdruck gebracht, wie sie im übrigen Schulalltag sonst eher weniger zu beobachten sind. Zum Teil war es geradezu anrührend zu sehen, wieviel wertschätzender und fürsorglicher Umgang zwischen unterschiedlichen Jahrgangsstufen während der Proben und Auftritte gelebt wurde. Unsere Kinder lernten in diesen Tagen Verantwortung zu übernehmen und sie erfuhren, wie wichtig es ist, sich zu 100% auf jemanden verlassen zu können. Sie lernten Vertrauen haben zu dürfen und es anderen entgegenzubringen. Auch die Erfahrung, sich selbst etwas zuzutrauen und es mit Erfolg vor Publikum zu präsentieren, ist etwas, das für jede Persönlichkeitsentwicklung von unschätzbarem Wert ist.

clown

Bei der Sichtung des „Evaluationsclowns“, der für alle beteiligten Kinder und Erwachsenen als Möglichkeit für Zustimmung oder Kritik im Eingangsbereich der Schule angebracht worden war, wurde schnell deutlich: Das Zirkusprojekt ist auf eine ganz überwiegend positive Resonanz gestoßen. Ob Kritik an den „zu hohen“, allerdings stark durch den Förderkreis bezuschussten Eintritts- und Teilnahmegeldern, an den Preisen für Popcorn etc., an der „zu kleinen Manege“, an den Dixi-Toiletten, an den Eintopfgerichten als Mittagessen für die „Artistenkinder“ oder an den „unzureichenden Informationen“??? für die Eltern im Vorfeld wirklich berechtigt und nachvollziehbar ist, muss jeder für sich entscheiden. Wir nehmen sie auf jeden Fall zur Kenntnis, denn durch sie wird jene Pluralität an Meinungen abgebildet, die sich zwangsläufig bei einem schulweiten Projekt ergeben, in das ca. eintausend Personen mehr oder weniger stark eingebunden sind.

Da sich das Konzept der Familie Hein, die bundesweit aktiv ist, vor allem auf Kitas und Grundschulen (Stufe 1-4) bezieht, wurde rückblickend deutlich, dass sich einige Schülerinnen und Schüler unserer 5. und 6. Klassenstufen insbesondere im Hinblick auf das, was sie als „Artisten“ zu leisten hatten, unterfordert gefühlt haben. Dennoch, den oben erwähnten sozialen Kompetenzzuwachs konnten wir auch bei vielen dieser Kinder wahrnehmen, sodass das Projekt durch seine Vielschichtigkeit letztlich für alle Kinder erfolgreich verlaufen ist. Aus diesem Grund hat eine Abstimmung im Schülerparlament denn auch ergeben: Ein ähnliches Zirkusprojekt sollte spätestens in sechs Jahren wieder im Jahresplaner der Grundschule am Eichenwald stehen. Sofern auch die anderen wichtigen Gremien der Schule zu einem solchen Ergebnis kommen sollten, will ich mich als Leiterin der Schule gern dafür einsetzen. Das Leuchten der Kinderaugen und die strahlenden Gesichter beim Finale in der Manege haben mich in allen von mir besuchten Vorstellungen begeistert! Sie werden mir als besonders positive, eindringliche und glückliche Momente meiner Zeit als Lehrerin und Schulleiterin wohl für immer in Erinnerung bleiben – da bin ich ganz sicher.

Zirkus2

Zum Schluss möchte ich noch einmal allen, die zum erfolgreichen Verlauf dieses Projekts beigetragen haben, meinen großen Dank aussprechen: der Zirkusfamilie Hein, allen Kindern, die dabei waren, allen Eltern, die geholfen und unterstützt haben, besonders auch jenen, aus dem Förderkreis und der GEV, unserer Konrektorin, dem Hausmeister, allen Kolleginnen und Kollegen, auch denen aus dem Team und der Geschäftsführung der AWO-Spandau, ferner der Abteilung Sport des Bezirksamtes Spandau und der Gruppe Laukat, die uns den Platz für das Zirkuszelt sowie Wasser und Strom zur Verfügung gestellt haben.

S. Dargel
(Schulleiterin)